Mercedes-Benz

Wie in einer Schatzkammer.

30. Oktober 2019

Das Merks Motor Museum ist vollgepackt mit „historischen Schätzen“ – wie sie Claus Merk nennt. Stoßstange an Stoßstange reihen sich die Klassiker aneinander. Denn vor allem Autos haben es dem leidenschaftlichen Sammler angetan. Ein Gespräch über Staatskarossen mit Stern, Onkel Harry und „German Cars“.

In Ihrem Museum stehen so viele Klassiker. Wie lange sammeln Sie schon Autos?

Mitte der 1970er-Jahre hat mich die Sammelleidenschaft gepackt. Wie bei jedem Sammler hat alles mit einem Auto angefangen. Bei mir war es ein Mercedes 220 S Cabriolet, das ich für 1.400 Mark gekauft habe. Den Anblick vergesse ich nie: Eine Birke war durch Bodenblech, Lenkrad und Stoffverdeck gewachsen. Mithilfe eines Fuchsschwanzes habe ich den Mercedes befreit. Die Restauration hat Monate gedauert. Heute steht der Klassiker top gepflegt in meinem Museum.

Einer von vielen ...

Insgesamt sind es rund 100 Fahrzeuge. Dazu kommen etwa ebenso viele Motorräder. Hunderte alter Telefone, Schreibmaschinen, Radios und Modellautos runden meine Sammlung ab.

Wann und warum haben Sie denn das Museum eröffnet?

Das war vor gut acht Jahren. Irgendwann hatte ich so viele Autos, dass ich nicht mehr wusste, wohin damit. Und ein eigenes Museum war schon immer mein Traum. Dank meines „richtigen“ Jobs im Gewerbeimmobilien-Geschäft bin ich auf eine alte Fensterfabrik gestoßen. Mit ihrer reduzierten Architektur, den riesigen Fenstern und der tollen Atmosphäre war sie wie gemacht für unser Vorhaben. Gesagt, getan. Heute ist die Fabrik die Heimat wahrer Kult-Klassiker, die ich mit viel Liebe zusammentrage.

Liebt seine nostalgische Sammlung: Claus Merk.

Was wollen Sie mit Ihrem Museum erreichen?

Wir haben hier sehr viele Brot-und-Butter-Autos, die früher oft unterwegs waren. Und diese Fahrzeuge will ich den Menschen wieder zugänglich machen. Ganz oft höre ich Leute etwas in der Art sagen wie: „So einen Wagen hat Onkel Harry gehabt.“ Dann weiß ich, wir haben alles richtig gemacht. Wir versetzen die Besucher in ihre Kindheit.

Wie sind denn die Reaktionen der Besucher, wenn sie hier zum ersten Mal hereinkommen?

Rund 8.000 Gäste aus aller Welt kommen jedes Jahr zu uns und die Reaktionen sind ganz unterschiedlich – abhängig davon, woher sie kommen. Während die Asiaten in der Regel eher zurückhaltend sind und mit dem Tablet in der Hand das Museum erkunden, wollen sich die Amerikaner über „German Cars“ austauschen. Am besten vorbereitet sind die deutschen Gäste, die wissen meistens schon ziemlich viel über die Exponate. Aber begeistert sind sie wirklich alle.

Restaurieren Sie die Automobile selbst?

Wann immer ich Zeit habe, schraube und tüftle ich selbst. Da ich aber immer wieder auf der Suche nach neuen Schätzen bin, habe ich nur bedingt Zeit, mich um die Wagen zu kümmern. In regelmäßigen Abständen packt mich einfach die Sammelleidenschaft und dann ziehe ich los. In der Regel suche und finde ich meine historischen Fahrzeuge in ganz Europa.

Und instand gesetzt werden sie ...

… unter anderem von einem pensionierten Kfz-Meister. Allerdings kann es auch schon einmal bis zu drei Jahre dauern, bis so ein Auto wieder einsatzfähig ist. Wie bei unserem Dux. Dux war ein Unternehmen aus Leipzig, das ab 1909 auch Autos und Lastwagen produziert hat. Zuvor fertigte es unter anderem Musikautomaten. Heute gibt nur noch drei Dux auf der Welt – und einer davon gehört mir. Wir mussten Kurbel- und Nockenwelle und vieles mehr austauschen. Außerdem hatte der Motorblock drei Risse – das war eine sehr aufwendige Reparatur.

Sind Sie mit den Klassikern auch unterwegs?

An rund 140 Rallyes habe ich mit meinen historischen Lieblingen teilgenommen. Sieben bis acht Mal pro Jahr gehe ich bei einer Rallye an den Start. Mit von der Partie ist meist meine Frau – eine hervorragende Beifahrerin und Kartenleserin. Jetzt im September hat mich mein Schwiegersohn bei der Gran Premio Nuvolari in Italien begleitet – ein tolles Erlebnis.

Haben Sie denn ein Lieblingsauto?

Mercedes-Benz ist definitiv meine Lieblingsmarke – schon allein deshalb, weil mein erstes Sammlerstück ein Klassiker mit Stern war. Am liebsten mag ich allerdings einen Mercedes 600, Baujahr 1963. Leider hat er eine Radkappe verloren, die aber glücklicherweise ersetzt werden konnte. Später habe ich erfahren, dass mir zur Not auch der König von Marokko ausgeholfen hätte. Bei Überlandfahrten verliert seine Staatskarosse wohl bisweilen eine Radkappe, weshalb sie dort immer ein paar vorrätig haben. Und in Klassiker-Kreisen hilft man sich, wo immer es geht.

Merks Motor Museum.

Eröffnung: Im April 2011 hat das Automobilmuseum in der Klingenhofstraße in Nürnberg eröffnet.
Ausstellung: Neben zahlreichen Young- und Oldtimern der unterschiedlichsten Marken finden Besucher hier unter anderem Motorräder jeden Alters.
Öffnungszeiten: Geöffnet hat das Museum donnerstags bis sonntags von 10 bis 17 Uhr.
Events: Im großen Eingangsbereich können auch Hochzeiten, Geburtstage und Firmenfeste gefeiert werden.Die Räumlichkeiten fassen bis zu 100 Personen.
Website: www.merks-motor-museum.de

Fotos: @ Jörg Sänger

[1] Die angegebenen Werte wurden nach dem vorgeschriebenen Messverfahren ermittelt. Es handelt sich um die „NEFZ-CO2-Werte“ i.S.v. Art. 2 Nr. 1 Durchführungsverordnung (EU) 2017/1153. Die Kraftstoffverbrauchswerte wurden auf Basis dieser Werte errechnet. Die Angaben beziehen sich nicht auf ein einzelnes Fahrzeug und sind nicht Bestandteil des Angebots, sondern dienen allein Vergleichszwecken zwischen verschiedenen Fahrzeugtypen. Die Werte variieren in Abhängigkeit von der gewählten Sonderausstattung. Weitere Informationen zum offiziellen Kraftstoffverbrauch und zu den offiziellen spezifischen CO2-Emissionen neuer Personenkraftwagen können dem „Leitfaden über den Kraftstoffverbrauch, die CO2-Emissionen und den Stromverbrauch neuer Personenkraftwagen“ entnommen werden, der an allen Verkaufsstellen und bei der DAT Deutsche Automobil Treuhand GmbH (www.dat.de) unentgeltlich erhältlich ist.

Merks Motor Museum
Klingenhofstraße 51
90411 Nürnberg