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Seltene Tropfen.

18. Oktober 2019

Weintipps von Lager 3.

Für ihren neu eröffneten Weinhandel suchen Utz Kienle und Christoph Dinda in Italien nach echten Geheimtipps. Außergewöhnliche Weinsorten haben es den beiden besonders angetan. Hier sind drei ihrer Entdeckungen.

Christoph Dinda ist von Haus aus Önologe. Rund zehn Jahre hat er für einen renommierten Großhändler in Hamburg Weine in Deutschland und der Welt eingekauft. Er weiß, wie das Geschäft läuft. Und er weiß: Wer den Traum von der eigenen Weinhandlung verwirklichen will, der muss den Kunden etwas ganz Besonderes bieten. Beispielsweise Schätze aus Italien. In dieser Auswahl gibt es sie bei kaum einem anderen Händler in Deutschland, da sind sich die beiden Inhaber Christoph Dinda und Utz Kienle ziemlich sicher. Die beiden Wein-Enthusiasten haben sich schon vor über 20 Jahren kennengelernt. Aber erst seit Anfang des Jahres machen sie gemeinsame Sache und bringen ihre Sicht der Dinge in Sachen Wein auf die Tische der Region.

Kienle hat viele Jahre in Italien gelebt. Für den Genussmenschen spiegelt sich der Reichtum der italienischen Anbauregionen weniger in bestens bekannten Weinen wie Chianti, Lugana oder Primitivo. „Na klar, diese Modeweine muss man auch im Sortiment haben“, weiß Kienle, „aber richtig Spaß machen die exotischen Sachen.“ Mit den „exotischen Sachen“ meint der 55-Jährige vor allem autochthone Rebsorten. So werden Sorten genannt, die nur in einer bestimmten Region heimisch sind. „In Italien gibt es vielleicht 1.000 Rebsorten, hier kennt man höchstens zehn“, so Kienle.

Unterwegs in Italien.

Roero Arneis, Pecorino? Weine dieser Rebsorten sind in Deutschland bestenfalls Kennern bekannt. Sie an den Mann beziehungsweise an die Frau zu bringen ist nicht einfach. Dennoch finden sich im Sortiment von Lager 3 viele außergewöhnliche Weinsorten. Um die Auswahl zusammenzustellen, waren Kienle und Dinda teilweise gemeinsam unterwegs. Eines ihrer Ziele: Apulien. „Unser Anspruch war, einen Primitivo zu finden – nicht teurer als der unserer Mitbewerber, aber besser“, erklärt Dinda.

Kennen sich schon seit mehr als 20 Jahren: Utz Kienle (links) und Christoph Dinda vereint die Leidenschaft für gute Weine.

Also klapperten die beiden alle Weingüter der Region ab, um ihren „hidden champion“ zu küren. „Die Weine, die wir führen, gibt es nur bei uns. Wir beziehen sie direkt vom Weingut.“ Nicht nur das unterscheidet Lager 3 von den großen Importeuren. Die beliefern in der Regel Einzelhandel und Gastronomie, was zur Folge hat, dass man im Lokal leicht herausbekommen kann, was die Weine im Einzelhandel kosten. Welcher Gastronom möchte das schon? Die Weine von Lager 3 bekommt die Gastronomie dagegen exklusiv. Zumindest fast, denn so ganz möchten Dinda und Kienle private Weinliebhaber nicht ausschließen. Daher laden sie immer wieder zur Verkostung an den langen Holztisch im Lager 3. Auch nach Voranmeldung öffnen Dinda und Kienle gerne ihre Schatzkammer für Kunden.

Drei Entdeckungen, die es in sich haben.

Außergewöhnliche Weine:
Drei Entdeckungen von Dinda und Kienle.

Offida DOCG Pecorino Montemisio.

„Pecorino ist eine autochthone Rebsorte, die in den Marken und den Abruzzen wächst“, erklärt Kienle. Die Sorte war praktisch komplett ausgestorben, bis sie vor einigen Jahren wiederentdeckt wurde. „Aus der Traube entstehen komplexe und vielschichtige Weißweine. Der Pecorino Montemisio kommt aus den Bergen und ist sehr elegant.“ Dinda ergänzt, dass der Wein mit seinen kräftigen Aromen perfekt zu gegrilltem Fisch passt.

Pantaleone Sipario.

„Interessanterweise passen die Weine einer Gegend am besten zu Gerichten, die auch aus dieser Gegend kommen“, so Kienle. Der kräftige Rote aus der Region Marken macht da keine Ausnahme. Nach Ansicht des Italienexperten passt der Sipario sehr gut zu Spiedini d’agnello (kleine Lammspieße). Kienle wurde auf das biozertifizierte Weingut durch den Tipp eines Hoteliers aufmerksam. Mittlerweile hat sich der Sipario, der zu 100 Prozent aus der Montepulciano-Traube gekeltert wird, unter Kennern einen ausgezeichneten Ruf erworben.

Careglio Roero Arneis DOCG Azienda Agricola.

„Der Careglio ist  eine Riesenentdeckung“, freut sich Kienle, der den Wein während einer seiner Italienreisen entdeckt hat. „Ich liebe Roero Arneis, aber wie immer gibt es viel Schrott und viele sehr teure Weine. Den richtigen Wein zu finden, den wir auch der Gastronomie anbieten können, darin liegt die Kunst.“ Dinda begeistert das Zusammenspiel von Terroir und Rebsorte. Für ihn ist der Careglio der ideale Begleiter für ein Vitello tonnato.

Lager3 Weinhandel

Kuchenäcker 12
72135 Dettenhausen

Fotos: © Jörg Sänger